Plädoyer für mehr Sportsmanship

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Plädoyer für mehr Sportsmanship2018-11-11T11:12:41+00:00

Elf Thesen des FC PlayFair! zum Thema Fairplay

Im Englischen gibt es den Begriff „Sportsmanship“, er bedeutet, sich beim Sport und auch generell wie ein Sportsmann zu verhalten. Oder eine Sportsfrau. Sportlich fair bleiben. Am deutlichsten zu sehen ist ein solches Verhalten im Fußball bis heute in der englischen Premier League: Schwalben sind dort immer noch verpönt. Sogar die Fans der Heimmannschaft pfeifen eigene Spieler konsequent aus, wenn diese versuchen, durch unfaires Verhalten einen Freistoß oder Elfmeter zu schinden. Ausnahmen bestätigen diese Regel.

Im Deutschen haben wir kein dem „Sportsmanship“ vergleichbares Substantiv, allenfalls ein denglisches „Fairplay“ kommt da ran.

Und weil dieses „Fairplay“ mit ausschlaggebend war bei der Gründung unseres Vereins, des „FC PlayFair! Verein für Integrität im Profifußball e.V.“, ist dieser Text ein Plädoyer für mehr Sportsmanship. Im Profifußball und sonstwo. Auf und neben dem Platz.

Was wir uns unter mehr Sportsmanship, also Fairplay bzw. sportlich fairem Verhalten vorstellen, haben wir in elf Thesen formuliert.  Manchem mag die eine oder andere These romantisch, geradezu naiv vorkommen – aber angesichts einer allgemeinen Skrupellosigkeit und Verrohung der Sitten in so vielen gesellschaftlichen Bereichen wollen wir ganz bewusst daran arbeiten, die Maßstäbe wieder ein wenig zurecht zu rücken. Daher lauten unsere Thesen wie folgt (die Nummerierung dient ausschließlich der besseren Übersichtlichkeit und stellt keinerlei Gewichtung dar):

  1. 1. Fairplay heißt sportlich gewinnen - nicht um jeden Preis. Wer durch überzogene Darstellungen nach einem Foul oder durch Schwalben versucht, die Regeln zu seinen Gunsten auszulegen, der handelt nicht clever, sondern unfair.
  2. 2. Fairplay ist, wenn Denken und Handeln übereinstimmen. Wir tun, was wir sagen.
  3. 3. Fairplay ist Respekt vor dem Gegner, Anerkennung für den Sieger und Achtung des Unterlegenen. Also z.B. Anwesenheit bei der Siegerehrung, und keine verhöhnenden Sprechchöre.
  4. 4. Fairplay bedeutet die vorbildliche Umsetzung der Werte, auf denen unsere Gesellschaft beruht, also u.a. Schutz von Minderheiten, Chancengleichheit und die Möglichkeit, dass jeder ohne Einschränkungen am Sport partizipieren kann.
  5. 5. Fairplay ist das aktive Hinweisen auf die Einhaltung der Spielregeln. Gegebenenfalls bis zum Sanktionieren und Entfernen unfair handelnder Personen vom Sportplatz oder Stadion (Hooligans / rechte Unterwanderung / Rassismus).
  6. 6. Fairplay erfordert den Einbezug, die Achtung und die Teilhabe aller Personen, die am sportlichen Wettbewerb beteiligt sind. Also auch Ehrenamtliche, Schiedsrichter, Fans - selbst wenn sie mittelbar keine „Stakeholder“ sind.
  7. 7. Fairplay ist die geregelte Teilhabe der Fans. Ein Scheinverein, der keine Mitglieder zulässt, ist demnach ein unfairer Wettbewerber.
  8. 8. Fairplay setzt den sportlichen Wettbewerb über die Erreichung wirtschaftlicher Ziele. Wer den Sport ausschließlich mit dem Ziel der Gewinnmaximierung fördert - und seine gesellschaftliche Wirkung damit ignoriert, der handelt unfair im Sinne des Sports.
  9. 9. Fairplay fordert von allen Beteiligten den Blick auf die Erhaltung des sportlichen Wettbewerbs, also auch nachhaltige Investitionen in die Vorbildfunktion des Sports für unsere Gesellschaft.
  10. 10. Fairplay fordert transparente Prozesse in der Organisation des Sports. Das gilt für Verbandsentscheidungen ebenso wie für Schiedsrichterentscheidungen. Fairplay muss vorgelebt werden. Das bedeutet auch eine grundsätzliche Verunmöglichung von Korruption.
  11. 11. Fairplay bedeutet, dass jede sportliche Handlung der Jugend zum Vorbild dienen muss.